Land und Leute
FAKTEN UND DATEN
Grösse: 78.886 km 2
Länge der Staatsgrenze: 2.303 km
Einwohnerzahl: 10,5 Millionen (im Jahre 2010)
Einwohnerdichte: 134 Einwohner je km 2
Politisches System: Parlamentarische Demokratie
Nationalhymne: Kde domov můj (Wo ist mein Vaterland)
Währung: Koruna česká (Kč) - Tschechische Krone (CZK)
1 EUR = 24, 648 CZK am 12. März 2012 / CNB (1 EUR = 28,225 CZK am 12. März 2009 / CNB)
1 USD = 18,787 CZK am 12. März 2012 / CNB (1 USD = 21,465 CZK am 12. März 2009 / CNB)
LAND UND LEUTE
Die Tschechische Republik liegt geographisch gesehen ungefähr in der Mitte Europas und umfasst ein Gebiet von 78.866 km 2. Sie ist ein Binnenstaat, der 326 km von der Ostsee und 322 km vom Adriatischen Meer entfernt liegt. Die Tschechische Republik grenzt an Deutschland (gemeinsame Grenze von 810 km), an Polen (762 km), an Österreich (466 km) und an die Slowakei (265 km). Die höchste Erhebung des Landes ist mit 1.602 m die Snezka (Schneekoppe) und der niedrigste Punkt liegt in der Nähe von Hrensko, wo die Elbe das Gebiet der Tschechischen Republik verlässt (117 m über dem Meeresspiegel).
TOPOGRAPHIE

Die Trennlinie zwischen den zwei unterschiedlichen geologischen Gebirgssystemen in Europa - dem herzynischen und dem alpidisch-hymalaischen - verläuft durch die Tschechische Republik. Die Topographie des Landes ist daher sehr abwechslungsreich und setzt sich folgendermaßen zusammen: Ebenen (4,5% des Landes), Hügelländ (50,1%), Hochland (33,9%) und Berge (11,6%). Die Höhenstrukturen des Landes sind verschiedenartig: Regionen unter 200 Höhenmeter bedecken 4,95% des Landes, Regionen mit einer Höhe zwischen 200-500 Höhenmeter machen 74,1% aus, Regionen mit einer Höhe zwischen 600-1000 Höhenmeter 19,3% und Regionen über 1000 Höhenmetern 1,6%.
KLIMA
Die Tschechische Republik liegt in der gemäßigten Klimazone Europas, was angenehm milde Sommer und im Winter mäßige Niederschlagsmengen mit sich bringt. In den niedrig gelegen Regionen beträgt die durchschnittliche Temperatur im Juli etwa 20°C (Prag 19,5°C) und in den höheren Lagen rund 11°C. Im Januar liegt der Durchschnitt in den niederen Regionen bei -1°C bis -2°C, in den höheren bei -5°C bis -7°C.
BEVÖLKERUNG
Nach der Volkszählung im Jahre 2010 hat die Tschechische Republik 10,5 Millionen Einwohner, davon rund 5,2 Millionen Männer und 5,3 Millionen Frauen. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben in Städten. Die Einwohnerdichte beträgt 134 Einwohner pro km 2, das gesamte Bevölkerungswachstum rund 2,5 Personen pro 1000 Einwohner.
Bis 1994 war einer der wesentlichen Charakterzüge der Tschechischen Republik ihr stabiles Bevölkerungswachstum, ausgenommen die Zeit während der beiden Weltkriege. Seit 1994 jedoch nimmt die Bevölkerungszahl ab und wird voraussichtlich im Jahre 2020 auf rund 10 Millionen gesunken sein.
Nach dem 2. Weltkrieg fiel die Geburtenrate von über 200.000 pro Jahr auf weniger als 150.000 im Jahre 1970. Im Jahre 1974 stieg die Zahl auf 195.000, im Jahre 1996 fiel sie aber allmählich und sank auf 90.000. Im Jahre 2010 kamen 11,1 Neugeborene auf 1.000 Einwohner.
Sterblichkeitsrate
Die Zahl der Todesfälle je 1000 Einwohner nahm seit dem 2. Weltkrieg bis 1983 allmählich zu (13%). Seitdem nimmt die Sterblichkeit ab und betrug im Jahre 2010 nur noch 10,2%, was westeuropäischen Zahlen entspricht.
Lebenserwartung (Angaben aus2009) und Sterblichkeitsrate (Angaben aus2009)
| Lebenserwartung |
Anteil der Todesfälle pro 100.000 Einwohner |
||||
| Männer | Frauen | Krebs | Herzerkrankungen | Verkehrsunfälle | |
| Tschechien | 74,2 | 80,5 | 197,5 | 170,2 | 9 |
| Finnland | 76,6 | 83,5 | 134,8 | 122,5 | 6,0 |
| Ungarn | 70,3 | 78,4 | 243,2 | 214,8 | 10,1 |
| Polen | 71,5 | 80,1 | 201,6 | 96,7 | 12,1 |
| Österreich | 77,6 | 83,2 | 157,9 | 97,8 | 6,9 |
| Rumänien | 69,8 | 77,4 | 181,4 | 188,8 | 15,1 |
| Schweiz | 79,9 | 84,6 | 146,1 | 66,1 | 5,0 |
| Norwegen | 78,7 | 83,2 | 156,4 | 65,9 | 5,2 |
Ethnische Zugehörigkeit
Die Mehrzahl der Einwohner der Tschechischen Republik ist tschechischer Nationalität. In einzelnen Gebieten ist die Situation anders, je nachdem, ob diese Regionen zu Böhmen oder Mähren gezählt werden. Die einzige Region, in der Menschen die mährische Nationalität proklamieren, ist in den südlichen Gebieten Mährens.
| - Tschechen | 6 732 104 |
| - Mährer | 670 837 |
| - Slowaken | 149 140 |
| - Polen | 39 300 |
| - Deutsche | 18 800 |
| - Roma | 13 150 |
| - andere bzw. ohne Angaben | 2 740 000 |
Angaben der vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung im Jahre 2011
Die Langzeitentwicklung der ethnischen Struktur zeigt, dass zwischen den Jahren 1950 und 1991 keine signifikanten Veränderungen stattgefunden haben, abgesehen von einer relativ hohen Zuwanderung von Roma aus der Slowakei. Bei der Volkszählung im Jahre 2011 bezeichneten sich lediglich 13 150 Menschen selbst als Roma, obwohl Schätzungen von rund 200.000 Roma in der Tschechischen Republik ausgehen, das sind fast 2% der Bevölkerung. Viele bezeichneten sich selbst als Tschechen, doch die meisten als Slowaken.
Nach rund 40 Jahren staatlicher Unterdrückung wurde im Jahre 2000 die Frage nach der Religionszugehörigkeit wieder in die Volkszählung aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich mehr als 50 % der Bevölkerung als Agnostiker oder Atheisten bezeichnen. In Nordböhmen waren es annähernd drei Viertel der Bevölkerung.
31,7% der Bevölkerung bezeichnen sich selbst als religiös.
| Römisch-katholisch | 2709953 |
| Böhmische Brüder (Protestanten) | 137070 |
| Tschechische Hussiten | 96352 |
| Andere Religionszugehörigkeit | 314519 |
| Ohne Bekenntnis /Atheisten | 58,3% |
Die Rate der Abschlüsse an der Grundschule (vergleichbar mit dem Hauptschulabschluss in Deutschland), an weiterführenden Schulen sowie an der Universität ist im Vergleich zum Weltstandard sehr hoch. In der Tschechischen Republik besteht bis zum 15. Lebensjahr Schulpflicht.
Bei der Volkszählung im Jahre 2001verfügten 23% der über 15-Jährigen nur über eine Grundschulausbildung (also Volks- und Hauptschulabschluss) und 38% über eine weiterführende Berufsausbildung, 28% hatten ein Gymnasium bzw. eine mehrjährige Mittelschule mit Berufsschwerpunkten (vergleichbar mit den BHS in Österreich) besucht und 8,9% hatten eine mindestens vierjährige Universitätsausbildung beendet. Nach der Volkszählung im Jahre 2001 waren 1,8% der über 15-jährigen Bevölkerung ohne Schulbildung bzw. machten keine Angaben hierzu.
Bei der letzten Volkszählung im Jahre 2011 zeigten sich folgende interessante Trends: Die Anzahl der Hochschulabsolventen stieg in der Tschechischen Republik stark an. Während sie vor 10 Jahren 762 459 betrug, gaben bei der letzten Volkszählung 1 117 830 Menschen an, ein Hochschuldiplom zu besitzen, was ein Wachstum von 46,6 % bedeutet. Ein zweites Extrem stellt die Tatsache dar, dass mit den Hochschulabsolventen auch die Zahl jener ohne jegliche Ausbildung stieg. Vor zehn Jahren betrug ihre Zahl 37 932, im Jahre 2011 schon 47 253, also um 24,6 % mehr.
In den Jahren der zentral gelenkten Planwirtschaft war der Ausbau der Industrie ein Schwerpunkt der staatlichen Wirtschaftspolitik, dies erfolgte auf Kosten des Dienstleistungssektors. Die wirtschaftliche Umgestaltung seit 1989 hat diesen Zustand verändert. Der Dienstleistungssektor wächst, während der industrielle Sektor schrumpft. Im Bereich der Landwirtschaft war bereits 1989 nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung beschäftigt und ihre Anzahl sinkt weiter.
Beschäftigungsstruktur der Tschechischen Republik (in Prozent):
| 1990 | 1997 | 2010 | |
| Primärer Sektor (Landwirtschaft) | 16,8 | 6 | 3,1 |
| sekundärer Sektor (Industrie) | 40,5 | 39,4 | 37,9 |
| tertiärer Sektor (Dienstleistungen) | 42,7 | 53 | 59 |
Aktuelle statistische Angaben zur Beschäftigung im letzten Quartal 2011 zeigen, dass 66,1 % der Bevölkerung über 15 und unter 64 Jahren arbeiten.
| 1989 | 5 408 000 |
| 1991 | 5 059 000 |
| 1992 | 4 927 000 |
| 1995 | 4 962 600 |
|
1996 1999 2002 2005 2008 2011 |
4 972 000 4 764 100 4 764 900 4 764 000 5 002 500 4 904 000 |
Weitere statistische Angaben finden Sie auf der Homepage des
