Botschaft der Tschechischen Republik in Wien

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Verleihung der Václav-Benda-Ehrenmedaille an Prof. Paul Lendvai

(This article expired 21.01.2013.)

Am 12. Jänner 2011 fand in der Botschaft der Tschechischen Republik in Wien die feierliche Verleihung der Václav-Benda-Medaille an den bedeutenden österreichischen Journalisten ungarischer Herkunft, Prof. Paul Lendvai, statt. Die vom Institut für Studien totalitärer Regime in Prag verliehene Auszeichnung überreichte der tschechische Botschafter Dr. Jan Koukal in Anwesenheit des diplomatischen Corps und wichtiger Persönlichkeiten der österreichischen Politik, Wirtschaft und Kultur.

Zum zweiten Mal würdigte das Institut für Studien totalitärer Regime (Ústav pro studium totalitních režimů) besondere Verdienste im Kampf um Freiheit und Demokratie in den Jahren 1938–1945 sowie 1948–1989 mit einer Ehrenmedaille. Bei der Auswahl der Laureaten des Preises, der den Namen des Charta 77-Sprechers und späteren Politikers Václav Benda trägt, konzentriert sich die Jury vor allem auf Persönlichkeiten, die durch ihren ungewöhnlichen Beitrag im Kampf um Freiheit und Demokratie bis heute in Tschechien unvergesslich sind.

Václav Benda gab in den 1980er Jahren im Samizdat die philosophische Zeitschrift PARAF heraus und war Mitgründer bzw. erster Vorsitzender der Christlich-demokratischen Partei (KDS), die nach der Samtenen Revolution entstand. In den 1990er Jahren wirkte er als ODS-Senatsmitglied des ersten Prager Bezirks. Benda glaubte stets an die Freiheit, trat aktiv und vorbildhaft auf. Seine moralische Stärke und sein Intellekt beeinflussten wesentlich die Stabilität des politischen Systems nach der Samtenen Revolution.

 Der berühmteste letztjährige Preisträger ist zweifellos Prof. Paul Lendvai  (*1929), der nach dem Ungarn-Aufstand 1956 ins benachbarte Österreich floh und sich als Journalist und Publizist einen Namen machte. Von 1967-1980 arbeitete er als Korrespondent der Londoner Financial Times in Wien, später als Leiter der Osteuropa-Redaktion des Österreichischen Rundfunks (ORF). Heute ist er Chef des Europastudios, gilt als einer der profundesten Kenner Mittel- und Osteuropas und verfasste zahlreiche Werke über die Politik und Gesellschaft dieses Raumes.

Mehrmals wurden während der Feierlichkeiten Prof. Lendvais stets sehr enge Beziehungen zu führenden tschechischen Dissidenten betont. Er selbst erinnerte in seinem Dankwort an Treffen mit dem erst kürzlich verstorbenen Jiří Dienstbier, mit Václav Klaus und Karel Schwarzenberg.  

Bruno Aigner, der Sprecher des österreichischen Bundespräsidenten, bezeichnete Prof. Paul Lendvai in seiner Laudatio u. a. als Mensch dreier Nationen – ungarisch, österreichisch und europäisch, was sich ausnahmslos in der Bedeutung und dem Anliegen seines Lebenswerkes widerspiegle.

Die in sehr angenehmer Atmosphäre verlaufenen Feierlichkeiten wurden musikalisch von der tschechischen Violinistin Lenka Matějáková umrahmt. Über die Veranstaltung, der unter anderem die beiden Vizepräsidenten des Österreichischen Nationalrates, Fritz Neugebauer und Martin Graf, sowie der ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf beiwohnten, berichteten die österreichische Presseagentur APA bzw. die wichtigsten nationalen Tageszeitungen Der Standard, Die Presse, Kurier und  Wiener Zeitung.

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