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Land und Leute

LAND UND LEUTE

Die Tschechische Republik liegt geographisch gesehen ungefähr in der Mitte Europas und umfasst ein Gebiet von 78.866 km2. Sie ist ein Binnenstaat, der 326 km von der Ostsee und 322 km vom Adriatischen Meer entfernt liegt. Die Tschechische Republik grenzt an Deutschland (gemeinsame Grenze von 810 km), an Polen (762 km), an Österreich (466 km) und an die Slowakei (265 km). Die höchste Erhebung des Landes ist mit 1.602 m die Snezka (Schneekoppe) und der niedrigste Punkt liegt in der Nähe von Hrensko, wo die Elbe das Gebiet der Tschechischen Republik verlässt (117 m über dem Meeresspiegel)

 

  • Grösse: 78.886 km2
  • Länge der Staatsgrenze: 2.303 km
  • Einwohnerzahl: 10.304.302
  • Einwohnerdichte: 131 Einwohner je km2
  • Politisches System: Parlamentarische Demokratie
  • Währung: Koruna ceska (Kc) - Tschechische Krone (CZK)

 

Die Trennlinie zwischen den zwei unterschiedlichen geologischen Gebirgssystemen in Europa - dem herzynischen und dem alpidisch-hymalaischen - verläuft durch die Tschechische Republik. Die Topographie des Landes ist daher sehr abwechslungsreich und setzt sich folgendermaßen zusammen: Ebenen (4,5% des Landes), Hügelländ er(50,1%), Hochland (33,9%) und Berge (11,6%). Die Höhenstrukturen des Landes sind verschiedenartig: Regionen unter 200 Höhenmeter bedecken 4,95% des Landes, Regionen mit einer Höhe zwischen 200-500 Höhenmeter machen 74,1% aus, Regionen mit einer Höhe zwischen 600-1000 Höhenmeter 19,3% und Regionen über 1000 Höhenmetern 1,6%.

KLIMA

Die Tschechische Republik liegt in der gemäßigten Klimazone Europas, was angenehm milde Sommer und im Winter mäßige Niederschlagsmengen mit sich bringt. In den niedrig gelegen Regionen beträgt die durchschnittliche Temperatur im Juli etwa 20°C (Prag 19,5° C) und in den höheren Lagen rund 11°C. Im Januar liegt der Durchschnitt in den niederen Regionen bei -1°C bis -2°C, in den höheren bei -5°C bis -7°C.

BEVÖLKERUNG

Nach der Volkszählung aus dem Jahre 2000 hat die Tschechische Republik 10,3 Millionen Einwohner, davon rund 5 Millionen Männer und 5,3 Millionen Frauen. Dreiviertel der Bevölkerung lebt in Städten. Die Einwohnerdichte beträgt 131 Einwohner pro km2, das gesamte Bevölkerungswachstum rund 0,8 Personen pro 1000 Einwohner.

Bis 1994 war eines der wesentlichen Charakterzüge der Tschechischen Republik ihr stabiles Bevölkerungswachstum, ausgenommen die Zeit während der beiden Weltkriege. Seit 1994 jedoch nimmt die Bevölkerungszahl ab und sie wird voraussichtlich im Jahre 2020 auf rund 10 Millionen gesunken sein.

Nach dem 2. Weltkrieg fiel die Geburtsrate von über 200.000 pro Jahr auf weniger als 150.000 im Jahre 1970. Im Jahre 1974 stieg die Zahl auf 195.000, aber im Jahre 1996 fiel sie allmählich und sank auf 90.000. Im Jahre 1996 kamen 8,8 Neugeborene auf 1.000 Einwohner.


Ethnische Zugehörigkeit

Die Mehrzahl der Einwohner der Tschechischen Republik sind tschechischer Nationalität. In einzelnen Gebieten ist die Situation anders, je nachdem, ob diese Regionen zu Böhmen oder Mähren gezählt werden. Die einzige Region, wo Menschen die mährische Nationalität proklamieren, ist in den südlichen Gebieten Mährens.

- Tschechen 9270615
- Mährer und Schlesier 384542
- Slowaken 183749
- Polen 50971
- Deutsche 38321
- Roma 11716
- andere bzw. ohne Angaben 353019



Die Langzeitentwicklung der ethnischen Struktur zeigt, dass zwischen den Jahren 1950 und 1991 keine signifikanten Veränderungen stattgefunden haben, abgesehen von einer relativ hohen Zuwanderung von Roma aus der Slowakei. Bei der Volkszählung im Jahre 2000 bezeichneten sich lediglich 11.716 Menschen selbst als Roma, obwohl Schätzungen von rund 200.000 Roma in der Tschechischen Republik ausgehen, das sind fast 2% der Bevölkerung. Viele bezeichneten sich selbst als Tschechen, doch die meisten als Slowaken.

Nach rund 40 Jahren staatlicher Unterdrückung wurde im Jahre 2000 die Frage nach der Religionszugehörigkeit wieder in die Volkszählung aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich mehr als 50 % der Bevölkerung als Agnostiker oder Atheisten bezeichnen. In Nordböhmen waren es annähernd dreiviertel der Bevölkerung.

31,7% der Bevölkerung bezeichnen sich selbst als religiös.

Römisch-katholisch 2709953
Böhmische Brüder (Protestanten) 137070
Tschechische Hussiten 96352
Andere Religionszugehörigkeit 314519
Ohne Religionszugehörigkeit/Atheisten 58,3%



Die Rate der Abschlüsse an der Grundschule (vergleichbar mit dem Hauptschulabschluß in Deutschland), an weiterführenden Schulen sowie an der Universität ist im Vergleich zum Weltstandard sehr hoch. In der Tschechischen Republik besteht bis zum 15. Lebensjahr Schulpflicht. Nach Beendigung einer neunjährigen Grundschule (vergleichbar mit Grund-und Hauptschule in Deutschland) besuchen 52 % der Jugendlichen Berufsschulen und 48 % Gymnasien oder andere weiterführende Schulen, einen Universitätsabschluss erlangen 7,2%.

In den Jahren 1980-91 nahm die Anzahl der Abschlüsse auf allen Bildungsebenen zu. Der Bevölkerungsanteil, der ausschliesslich einen Abschluss der neunjährigen Grundschule besaß, ging stark zurück (Index 76,8%) und der Bevölkerungsanteil mit einer höheren Ausbildung stieg. Der größte Anstieg war bei Universitätsabschlüssen zu verzeichnen (Index 148,1%) und bei postgraduierten Abschlüssen (Index 139,0%).

Bei der Volkszählung im Jahre 1991 hatten 33% der über 15jährigen nur eine Grundschulausbildung, 30% hatten eine weiterführende Berufsausbildung, 28% hatten ein Gymnasium bzw. eine mehrjährige Mittelschule mit Berufsschwerpunkten (vergleichbar mit der Fachoberschule) besucht und 7,2% hatten eine mindestens vierjährige Universitätsausbildung beendet. Nach der letzten Volkszählung waren 1,8% der über 15jährigen Bevölkerung ohne Schulbildung bzw. machten keine Angaben hierzu.

Zwischen 1991 und 1996 haben 93.531 Personen einen Universitätsabschluss erlangt, d.h. durchschnittlich weniger als 19.000 Personen pro Jahr. Im Jahre 1997 hatten 23,9% der über 15jährigen Bevölkerung eine Grundschulausbildung, 34,1 % besuchten ein Gymnasium bzw. eine Mittelschule mit Berufsausrichtung, 29,2% schlossen diese ab und 7,8% dieser Altersgruppe hatten einen Universitätsabschluss erlangt. Gleichbleibend waren 1,8% der über 15jährigen ohne Schulausbildung.

In den Jahren der zentral gelenkten Planwirtschaft war der Ausbau der Industrie ein Schwerpunkt der staatlichen Wirtschaftspolitik, dies erfolgte auf Kosten des Dienstleistungssektors. Die wirtschaftliche Umgestaltung seit 1989 hat diesen Zustand verändert. Der Dienstleistungssektor wächst, während der industrielle Sektor schrumpft. Im Bereich der Landwirtschaft war bereits 1989 nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung beschäftigt und ihre Anzahl sinkt weiter.


Statistische Angaben finden Sie auf der Homepage des Tschechischen Statistischen Amtes zu finden: www.czso.cz

Weitere detailierte Informationen (auf Englisch) unter www.czech.cz.